Das Emsland ist die Landschaftsbezeichnung einer Region am Mittellauf der Ems im westlichen Niedersachsen und im nordwestlichen Nordrhein-Westfalen. Seitdem der niedersächsische Landkreis Emsland gegründet wurde, werden Landschaftsbezeichnung und Landkreis oftmals im selben Atemzug genannt und verwechselt.
Im kulturellen und historischen Sinn zeichnet sich das Emsland durch ein Wechselspiel katholischer Prägung aus Münster und niederländischer Einflüsse aus, die nicht zuletzt in Hof- und Flurnamen ihren Niederschlag gefunden haben. Es entspricht etwa den heutigen niedersächsischen Kreisen Emsland und Grafschaft Bentheim, zusammen auch als hannoversches Emsland bezeichnet, sowie dem nordrhein-westfälischen Kreis Steinfurt, auch als westfälisches Emsland bezeichnet.
Die Region wurde nach der letzten Eiszeit, in der hier zunächst Jäger und Sammler lebten, etwa um 4000 v. Chr. von der Trichterbecherkultur in den Ackerbausektor Nord-Mitteleuropas einbezogen. Ab 3500 v. Chr. entstanden die hier besonders zahlreich erhalten gebliebenen Megalithanlagen. Aus der Bronze- und Eisenzeit sind ebenfalls zahlreiche Relikte überkommen.
Eine germanische Besiedlung des Emslandes ist seit dem 2. Jahrtausend vor der Zeitenwende anzunehmen. Zur Zeit des Kaisers Augustus erwähnen römische Quellen die nach der Ems (lat. Ambesis) benannten Ampsivari. Nach der Mitte des 1. Jahrhunderts wurden sie jedoch von den östlich benachbarten Chauken vertrieben und sind danach als eigenständiger Stammesverband nicht mehr nachzuweisen. Karl der Große unterwarf das Emsland als Teil des Stammesherzogtums Sachsen in den Sachsenkriegen.
Im Sinne der Gliederung des frühmittelalterlichen Stammesgebiets der Sachsen und der Aufteilung des welfischen Herzogtums Sachsen durch Friedrich I. Barbarossa ist auch der heute niedersächsische Norden des Emslandes kulturhistorisch ein Teil Westfalens. Der Niederrheinisch-Westfälische Reichskreises umfasste dann sogar Ostfriesland. Während jenes aber stets seine Eigenständigkeit wahrte, war das Gebiet des heutigen Landkreises Emsland vor der Zeit Napoleons politisch engstens mit den später preußisch gewordenen Teilen Westfalens verbunden; es gehörte bis 1803 im Wesentlichen zum Niederstift Münster, einem Teil des Fürstbistums Münster, dem auch südlich des heutigen Landkreises Emsland liegenden Gebiete zugehörten. Von 1803 bis 1810 wurde der größte Teil des heutigen Landkreises Emsland dem kurzlebigen Herzogtum Arenberg-Meppen zugeordnet, von 1810 bis 1815 dem Kaiserreich Frankreich, ab 1815 dem Königreich Hannover und schließlich ab 1866 Preußen.
Im (niedersächsischen) Emsland befand sich von 1933 bis 1945 eine Gruppe von Konzentrationslagern, die sogenannten Emslandlager.
Nach dem Zweiten Weltkrieg besetzten in den Jahren 1945 bis 1947 im Rahmen des Besatzungsdienstes der britischen Armee polnische Truppen die Region. Dies waren Soldaten der polnischen Exilregierung, die vor den Nationalsozialisten 1939 nach Großbritannien geflohen, und die nach dem Krieg wegen ihrer antikommunistischen Haltung nicht in die nunmehr kommunistische Volksrepublik Polen zurückkehren konnten, durch den Verlauf der Geschichte in eine politisch Sackgasse geraten waren. Diese polnischen Besatzer traten gegenüber der deutschen Zivilbevölkerung wenig rücksichtsvoll auf. Zahlreiche deutsche Familien wurden vertrieben, um für die 20.000 polnischen Soldaten und deren Familien Platz zu machen.
Bekannt ist das Emsland vor allem für seine tief gelegenen Moorgebiete, die rings um Papenburg ihre größte Ausdehnung haben. Ein Teil des westlichen Emslandes gehört zum Internationalen Naturpark Bourtanger Moor-Bargerveen.
In der Region erheben sich aber auch Geestrücken. Die beiden wichtigsten sind der Hümmling nördlich des Flusses Hase und die weniger bekannte aber etwas höhere Lingener Höhe weiter südlich. Der dritte wichtige Fluss in der Region neben Ems und Hase ist die Sater Ems, auch Sagter Ems, denn sie ist nach dem alten Verwaltungszentrum Sögel benannt, die in Ostfriesland Leda heißt und die bei Leer in die Ems mündet.